Die faszinierende Geschichte des Panamakanals
- 1513–1880
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Der Traum einer interozeanischen Passage
Die Geschichte des Panamakanals beginnt 1513, als der spanische Entdecker Vasco Núñez de Balboa als erster Europäer die Landenge von Panama überquerte und den Pazifik erblickte. Sofort beflügelte die Idee eines Kanals, der die beiden Ozeane verband, die Fantasie von Entdeckern, Kaufleuten und Monarchen. König Karl V. von Spanien gab 1534 erste Studien in Auftrag, doch die damalige Technologie machte ein solches Vorhaben unmöglich.
In den folgenden 350 Jahren entwickelte sich die Landenge von Panama zur wichtigsten Landroute Amerikas: Über den Camino de Cruces und den Camino Real wurden Gold und Silber von Peru zu den spanischen Galeonen in Portobelo transportiert.
- 1881–1889
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Der französische Versuch
1881 traf Ferdinand de Lesseps – der Erbauer des Suezkanals – mit einem ehrgeizigen Plan in Panama ein: Er wollte einen Kanal auf Meereshöhe ohne Schleusen graben. Die Compagnie Universelle du Canal Interocéanique sammelte Millionen Francs von französischen Investoren ein, doch das Projekt war von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Die Hindernisse waren erdrückend: dichter Regenwald, sintflutartige Regenfälle, Erdrutsche im Culebra-Kanal und vor allem tropische Krankheiten. Gelbfieber und Malaria dezimierten die Arbeiter. Schätzungsweise starben mehr als 22.000 Menschen während des französischen Versuchs. 1889 ging das Unternehmen in einem der größten Finanzskandale des 19. Jahrhunderts bankrott.
- 1904-1914
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Das amerikanische Zeitalter
1903 erklärte Panama mit Unterstützung der Vereinigten Staaten seine Unabhängigkeit von Kolumbien. Die neu gebildete panamaische Regierung unterzeichnete den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, der den Vereinigten Staaten die dauerhafte Kontrolle über die Kanalzone zusprach. 1904 nahmen die Amerikaner das Projekt mit einem grundlegend veränderten Ansatz wieder auf.
Unter der Leitung von Chefingenieur John F. Stevens und später Oberst George W. Goethals wurde der Plan von einem Kanal auf Meereshöhe zu einem Kanal mit Schleusen umgestaltet. Die Schlüsselfigur war Dr. William Gorgas, der die jüngsten Erkenntnisse über die Übertragung von Gelbfieber und Malaria durch Mücken anwandte und ein umfassendes Hygieneprogramm implementierte, das unzählige Leben rettete.
Der Bau war ein monumentales Unterfangen: Mehr als 200 Millionen Kubikmeter Erde wurden ausgehoben, der Gatun-Staudamm – damals der größte künstliche See der Welt – wurde errichtet und die imposanten Betonschleusen wurden gebaut. Am 15. August 1914 durchfuhr das Dampfschiff Ancón als erstes Schiff offiziell den Atlantik, allerdings wurde die Feier vom Ersten Weltkrieg überschattet.
- 1977–1999
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Der Übergang in panamaische Hände
Die Spannungen zwischen Panama und den Vereinigten Staaten um die Kanalzone hatten sich über Jahrzehnte hinweg verschärft. Am 9. Januar 1964 forderten Studentenunruhen – der sogenannte Märtyrertag – über 20 Todesopfer unter den Panamaern und markierten einen Wendepunkt in den bilateralen Beziehungen.
1977 unterzeichneten Präsident Jimmy Carter und General Omar Torrijos die Torrijos-Carter-Verträge, die die schrittweise Übergabe des Kanals an Panama festlegten. Am 31. Dezember 1999 um 12 Uhr mittags wurde die panamaische Flagge über dem Verwaltungsgebäude des Kanals gehisst, und die Republik Panama übernahm die volle Kontrolle über ihre strategisch wichtigste Ressource.