Der Panamakanal zählt zu den beeindruckendsten Ingenieurleistungen der Menschheit. Diese 82 Kilometer lange künstliche Wasserstraße verbindet den Atlantik und den Pazifik, durchquert die Landenge von Panama und hat seit ihrer Einweihung am 15. August 1914 den globalen Seehandel revolutioniert.
Jährlich passieren mehr als 14.000 Schiffe die Schleusen des Kanals und sparen ihnen so bis zu 14.000 Kilometer Fahrtstrecke – das entspricht einer Umrundung des gesamten südamerikanischen Kontinents über das tückische Kap Hoorn. Der Kanal ist nicht nur eine Schifffahrtsroute, sondern das logistische Herzstück der westlichen Hemisphäre und ein Symbol für menschlichen Erfindungsreichtum, Ausdauer und Weitblick.
Seit dem 31. Dezember 1999, als Panama die vollständige Kontrolle über die interozeanische Wasserstraße übernahm, wird der Kanal von der Panama Canal Authority (ACP) verwaltet und ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr in Betrieb. Das Schleusensystem des Panamakanals, das Schiffe 26 Meter über den Meeresspiegel zum Gatún-See hebt, wird weiterhin von Ingenieuren aus aller Welt erforscht.
2016 schloss der Kanal seine größte Erweiterung mit den neuen Schleusen Agua Clara (Atlantik) und Cocolí (Pazifik) ab. Diese können Schiffe der Neopanamax-Klasse mit einer Länge von bis zu 366 Metern und einer Breite von bis zu 49 Metern aufnehmen. Durch diese Erweiterung verdoppelte sich die Frachtkapazität des Kanals, und es wurden neue Routen für den Welthandel eröffnet, insbesondere für Flüssigerdgas (LNG) von den USA nach Asien.
Heute ist der Panamakanal weit mehr als ein technisches Meisterwerk: Er ist ein faszinierendes Touristenziel, ein Biodiversitätsschutzgebiet in seinem Einzugsgebiet und ein Wirtschaftsmotor, der der Republik Panama jährlich über 2,5 Milliarden US-Dollar an Gebühren einbringt.